Das amerikanische Zwei-Parteien-System mit seinem Zwang zu Polarisierungen und zu show downs mag ja in unseren Augen etwas rückständig sein, aber es sortiert zuverlässiger Gut von Böse als jedes politische Gefüge in Europa.
Die Republikaner sind nun mal die Bösen, Punkt.
Sie können noch so sehr von "Freiheit des Individuums", "Pro Life", Gott und Patriotismus schwafeln, sie stehen unwiderlegbar für die Macht des Geldes und der Trusts und religiös kaschierten Darwinismus, für Lüge und Korruption, Dummheit und Niedertracht.
Die Demokraten, auch nicht gerade arm an Spesenrittern und Gaunern, machten sich lange Jahre lächerlich mit ihren Ambitionen auf politische Mehrheiten,bis gar zu schamloses Treiben ihrer Gegner und der skrupellose Charme der Clintons eine neue Wählergeneration auf ihre Seite brachten.
Die Bushs bewiesen davor und danach endgültig, wie man mit Gier und Blödheit Länder wirtschaftlich und ethisch ruiniert.
Diese erstaunliche Nation hatte diese Pfeifen schließlich so satt, dass sie sogar einen Farbigen mit zweitem Namen Hussein zum Präsidenten wählten.
Ohne Bush kein Obama.
Seit Langem sind die republikanischen Lurche wieder im Begriff, sich mit routiniertem Spiel auf der Klaviatur von Unterstellungen, Halbwahrheiten und falschen Katastrophenprognosen die Macht zurückzuholen.
Doch einer ihrer eloquentesten und damit gehasstesten Gegner tritt zunehmend in's Licht der medialen Öffentlichkeit.
Anthony Weiner, Abgeordneter des Kongresswahlbezirks 9 (Brooklyn und Queens) in New York City im Repräsentantenhaus
Weiner ist Jude, 1967 in Brooklyn geboren und dort auch aufgewachsen.
Er ist bereits seit 1998 im Kongress und war vorher als jüngstes gewähltes Mitglied im New Yorker Stadtrat tätig, wo er sich beispielsweise für die Entfernung von Graffiti durch auffällig gewordene Jugendliche ("weiners cleaners") stark machte.
Bemerkenswert und unverwechselbar macht ihn seine federnde, ungeduldige und furchtlose Streitlust, mit der er sich mit jedem Heuchler anlegt, ein Genuss für Auge und Ohr.
Historisch geworden ist sein Wutausbruch vom Juli 2010, mit dem er auf die Verschleppungstricks der Gegenseite reagierte, die zuerst der Bewilligung von Geldern für die Langzeitversorgung der Ersthelfer des Anschlags vom 11.September zugestimmt hatten, um die Auszahlung anschließend mit verlogenen Argumenten zu hintertreiben.
Später mehr...