Mittwoch, 3. Februar 2010

der spanier spült....


Spanien, heißes Land im Süden! Sauberkeit und Hygiene sind für die allgemein Gesunderhaltung und zur Abwehr infektiöser Krankheiten unerlässlich und haben von daher auch eine moralisch-ethische Komponente!
Im Umgang mit weiter nördlich lebenden Völkerstämmen hat der Spanier gelernt, sich diesbezüglich in Toleranz und Nachsicht zu üben, bevor er diskret nachreinigt.

Zur Reinigung des Geschirrs lässt der Spanier kochendheißes Wasser aus dem Hahn laufen und versieht die raue Seite des Spülschwammes mit einem mittelfingerlangen Sprutz unverdünnten Spülmittels. Nach kurzer Schwammdusche wird die Hälfte davon gleich wieder herausgedrückt, sodann macht man sich mit mediterraner Leidenschaft an's Scheuern und sofortige Nachspülen der Teller. Die Menge des Spülmittels reicht für drei Gläser ODER maximal fünf leicht verschmutzte Geschirrteile, bevor man sich an's Nachtanken aus der Jumboflasche macht.
Nun kommen die Pfannen und Kochutensilien, Voreinweichen mit einem Schnapsglas voll Spülmittel in brodelndem Wasser ist unerlässlich, dann beginnen die genannten wutentbrannten Schmutzattacken.

Allgemeine Richtschnur für ein moralisch unbedenkliches Spülverhalten ist der Verbrauch einer Flasche Spülmittelkonzentrates pro Woche, nicht zu vergessen einiger Kubikmeter kochenden Wassers.
Gottlob ist das spanische Wasser noch immer viel billiger als das hiesige, und die Schaumkronen auf dem Ebro fliessen früher oder später in's Meer.

Nicht nur hat der Spanier in den Augen hochauflösende Makrolinsen zur Erkennung von Schmutzresten, auch hat er ein sprichwörtlich übersinnliches Geruchsempfinden, das das Aufkommen übler Gerüche quasi schon vor der Entstehung wahrnimmt. Das ermöglicht ihm, potentiell im Verrottungsprozess befindliche Lebensmittel schon vor der Zeit auszusortieren.

Donnerstag, 28. Januar 2010

j.d. salinger ist gestorben

Obwohl (oder weil) er 1965 seinen letzten Text veröffentlichte und fortan in fast schon militanter Verweigerung aller medialer Kontakte lebte, trägt noch heute ein ganzes literarisches Jahrzehnt seinen Namen.

Nicht zuletzt war er Vorbild für eine ganze Reihe von Filmfiguren des Typs "zurückgezogener Bestsellerautor" wie z.B. in "Finding Forrester" mit Sean Connery.

Dieses immer wieder gedruckte taktlose Photo drückt aus, wie übel der Medienzirkus ihm seine Verweigerung nahm.
Auch Ian Hamiltons Buch "Auf der Suche nach J.D.Salinger", wenngleich sorgfältig recherchiert, kann über seine Beweggründe nur spekulieren. Am nächsten kommt man ihnen wohl noch mit der Auslegung von Salingers eigenen Worten, nach denen alles Wissen und aller Ruhm der Welt nichts wert sind gegen wahre und tiefe Empfindungen.

Liest man in den Schulen noch immer den "Fänger im Roggen"? Seine 35 Kurzgeschichten sind viel besser (weil kürzer), allen voran der zutiefst anrührende "Lachende Mann" aus "Neun Erzählungen".